BRILE. Breisgauer Initiative für Lerntherapie. Wir arbeiten mit Kindern und Jugendlichen, die von Legasthenie, Legasthenie in den Fremdsprachen, Dyskalkulie und ADS /ADHS betroffen sind in Freiburg und im Freiburger Umland.

Legasthenie, ADS, ADHS, Dyskalkulie, Freiburg, Breisgau, Legasthenie in den Fremdsprachen, Aufmerksamkeitsstörung, Lerntherapie, Teilleistungsschwächen

Konzept-Gestaltung-Realisation:© Monika Herzberg Mediengestaltung Freiburg

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Gibt es Möglichkeiten zur Prävention von Lernstörungen?

Die meisten Kinder freuen sich darauf, ein Schulkind zu werden, denn sie treten damit ein in einen wichtigen Bereich der Erwachsenenwelt, lernen z.B. ein Buch selber lesen zu können.

Alle Eltern wünschen sich, dass ihr Kind mit Freude in die Schule geht, gerne lernt und Erfolge hat.

Die Frage ist nun: Welches sind die Grundfähigkeiten oder die Kompetenzen, die es Kindern ermöglichen, positive Lernerfahrungen in der Schule zu machen und entsprechende Lernergebnisse zu erzielen? Was gehört alles zur Schulfähigkeit? Es handelt sich hierbei um viele verschiedene Teilfähigkeiten aus dem emotionalen, sozialen, motorischen, kognitiven und sprachlichen Bereich, die die Kinder bei Schuleintritt in unterschiedlichem Maß erworben haben.

Hier einige Beispiele:

emotionale Kompetenzen

Frustrationstoleranz/ Selbstkontrolle

Eigenverantwortung

Anstrengungsbereitschaft
Ausdauer/ Durchhaltevermögen

soziale Kompetenzen

soziale Geschicklichkeit (Kontaktfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit)
neue Situationen bewältigen können

Regeln einhalten können
sich in der Gruppe angesprochen fühlen

motorische Kompetenzen

Gleichgewicht(ssinn)

Körpersensitivität (Spürsinn, taktile Wahrnehmung)

Koordination

Finger- und Handgeschicklichkeit

kognitive Kompetenzen

Wahrnehmung

Farben, Formen, Raumlagebeziehungen

optische Unterscheidungsfähigkeit

Geräusche unterscheiden können
Sprachlaute unterscheiden können

Sprache

Aussprache

Wortschatz

Sprachverständnis

phonologische Bewusstheit (u.a. Erkennen von Reimen, Silben, Lauten)

mathematische Grundlagen

Zählen bis 10 und dabei jede Zahl genau einem Objekt zuordnen

Erfassen von Mengen (bis 5 auf einen Blick)

Dinge nach Größe, Gewicht, Farben, Form etc. ordnen können

räumliches Denken

allgemeine Fähigkeiten

Neugier, Wissensdrang

Gedächtnis

Konzentration

Aufgabenverständnis/ Denkfähigkeit

In wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass der Erfolg beim Lesen- und Schreibenlernen deutlich von den sprachlichen Fähigkeiten im Vorschulalter, insbesondere der phonologischen Bewusstheit (s.o.), abhängt. Auch die Erfolgschancen in Mathematik sind eng verknüpft mit dem zahl- und rechenspezifischen Vorwissen im Vorschulalter.

All diese Fähigkeiten, die ein Kind für die Schule braucht, erwirbt es normalerweise beim Spielen und in Alltagssituationen in einer Umwelt mit vielen Anregungen, aber auch bei Ruhephasen und Pausen.

Manchmal jedoch beobachten Eltern oder Erzieherinnen, dass ein Kind bestimmte Formen der spielerischen Betätigung vermeidet, manche Anregungen und Spielformen nicht aufgreift oder Alltagsaufgaben nicht altersentsprechend lösen kann.

Wenn es im Jahr vor der Einschulung Hinweise darauf gibt, dass ein Kind bestimmte Kompetenzen noch nicht ausreichend entwickelt hat, ist eine Überprüfung dieser Fähigkeiten durch Fachleute sinnvoll. Eine frühe Förderung in noch nicht altersgemäß entwickelten Bereichen kann das Risiko der Entwicklung späterer Lernschwierigkeiten in der Schule verringern.

Neben Logopäden, Ergotherapeuten oder Heilpädagogen sind auch LerntherapeutInnen in der Früherkennung und vorschulischen Prävention von Lernschwierigkeiten tätig mit folgenden Zielsetzungen:

Information von Eltern und Erzieherinnen durch Vorträge und Weiterbildungsangebote

Einzelberatung der Eltern von Vorschulkindern

Diagnostische Untersuchung der Vorschulkinder zur Beurteilung des Entwicklungsstands und der Schulfähigkeit

ganzheitliche Förderung von Kindern zur Schulvorbereitung: Die Förderung zielt auf die Vorläuferfertigkeiten für das Lesen-, Schreiben- und Rechnen-
lernen lernen. Es werden keine schulischen Inhalte vorweggenommen. Dabei wird die gesamte Persönlichkeit des Kindes sowie das soziale Umfeld mit einbezogen. Alle oben genannten Kompetenzbereiche werden angesprochen.

LerntherapeutInnnen, die im Bereich der vorschulischen Prävention von Lernstörungen tätig sind, erkennen Sie an dem „V“ hinter ihrem Namen.

Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen zu diesem Bereich haben, so können Sie sich an unsere Ansprechpartnerin in der BRILE wenden:

Doris Hartenthaler-Sobotta, Käthe-Kollwitz-Str. 10, 79111 Freiburg,
Tel. 0761 – 4538771



Elternratgeber

Holzwarth, W. (2001) Wie kann ich mein Kind am besten auf die Schule vorbereiten? Stuttgart: Moospolster.

Literaturauswahl für Fachleute

Barth, K. : Lernschwächen früh erkennen im Vorschul- und Grundschulalter. München: Reinhardt 2003

Breuer H. / Weuffen, M.: Lernschwierigkeiten am Schulanfang. Weinheim: Beltz 2004

Forster M. / Martschinke, S.: Diagnose und Förderung im Schriftspracherwerb. Leichter lesen und schreiben lernen mit der Hexe Susi. Donauwörth: Auer 2002

Küspert, P. / Schneider, W.: Hören, lauschen, lernen: Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter. Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2000

Preiß, G.: Leitfaden Zahlenland 1 und 2. Zum Projekt Entdeckungen im Zahlenland. Bezugsquelle www.zahlenland.info

Royar, T.: Die Käferschachtel. Mathematische Frühförderung mit dem Käfer Mathilde. Lichtenau: AOL 2007